Zusammenveranlagung
Auf dieser Seite können die Vorteile der Zusammenveranlagung gegenüber der Einzelveranlagung mit einem kostenlosen Online Steuerrechner berechnet werden.
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Die Zusammenveranlagung ist eine besondere Besteuerungsform für Ehegatten bzw. eingetragene Partner. Ehegatten können grundsätzlich zwischen der Zusammenveranlagung gem. §26b EStG (gemeinsame Veranlagung) und der Einzelveranlagung gem. §26a EStG wählen. Diese Auswahl wird durch Ankreuzen der Veranlagungsform im Mantelbogen der Steuererklärung getroffen. In der Regel ergeben sich bei Zusammenveranlagung der Ehegatten Steuervorteile, da Freibeträge bzw. die Besteuerung im unteren Einkommensbereich besser ausgenutzt werden. Die Berechnung der Einkommensteuer erfolgt in diesem Fall nach dem so genannten Splittingtarif. Die Begriffe Ehegattensplitting oder Splittingverfahren leiten sich aus diesem Wort ab. Falls die Ehegatten die Einzelveranlagung gewählt haben, erfolgt eine Steuerberechnung für beide Eheleute jeweils nach dem Grundtarif.
Berechnung der Steuer beim Splittingverfahren
Beim Splittingverfahren wird das zu versetuernde Einkommen beider Ehepartner addiert und anschließend die Einkommensteuer auf die Hälfte dieses gemeinsamen Einkommens ermittelt. Die daraus resultierende Steuer wird dann wieder verdoppelt und wird von beiden Ehegatten getragen. Der steuerlicher Vorteil bei gemeinsamer Veranlagung durch den Splittingtarif beruht auf Progressionseffekten bzw. einer besseren Ausnutzung von Steuerfreibeträgen.
Einfaches Beispiel:
Zu versteuerndes Einkommen Ehegatte 1: 50.000 Euro
Zu versteuerndes Einkommen Ehegatte 2: 0 Euro
Bei einer Einzelveranlagung wird der Einkommensteuer-Grundfreibetrag für das Einkommen des Ehegatten 1 nur einmal in Anspruch genommen. Für den Ehegatten 2 würde der Grundfreibetrag verfallen, da im Beispiel kein eigenes Einkommen vorliegt. Bei Zusammenveranlagung wird der Grundfreibetrag jeweils auf das zu versteuernde Einkommen von 25.000 Euro angewendet.
Das Splittingverfahren dient zur Ermittlung der Gesamtsteuer und bedeutet nicht, dass jeder Ehepartner die gleiche Steuerlast trägt. Jemand der kein Einkommen hat wird nicht für die Hälfte der Einkommensteuer des Ehegatten tragen wollen. Die bei einer gemeinsamen Veranlagung anfallende Einkommensteuer läßt sich anschaulich in einer Splittingtabelle oder Einkommenssteuertabelle berechnen.

| Tarifzone / Grenzsteuersatz | Grundtarif | Splittingtarif |
|---|---|---|
| Bis Grundfreibetrag 0% | 0 Euro |
0 Euro |
| Progressionszone 1 14% |
12.348 Euro |
24.696 Euro |
| Progressionszone 2 ca. 24% |
17.800 Euro |
35.600 Euro |
| Spitzensteuersatz 42% | 69.880 Euro |
139.760 Euro |
| Reichensteuer 45% | Ab 277.826 Euro | Ab 555.652 Euro |
| Reichensteuer 47% | Ab |
Ab |
| Tarifzone / Grenzsteuersatz | Grundtarif | Splittingtarif |
|---|---|---|
| Bis Grundfreibetrag 0% | 0 Euro |
0 Euro |
| Progressionszone 1 14% |
12.096 Euro |
24.192 Euro |
| Progressionszone 2 ca. 24% |
17.444 Euro |
34.888 Euro |
| Spitzensteuersatz 42% | 68.480 Euro |
136.860 Euro |
| Reichensteuer 45% | Ab 277.826 Euro | Ab 555.652 Euro |
| Reichensteuer 47% | Ab |
Ab |
| Tarifzone / Grenzsteuersatz | Grundtarif | Splittingtarif |
|---|---|---|
| Bis Grundfreibetrag 0% | 0 Euro |
0 Euro |
| Progressionszone 1 14% |
11.784 Euro |
23.568 Euro |
| Progressionszone 2 ca. 24% |
17.006 Euro |
34.012 Euro |
| Spitzensteuersatz 42% | 66.480 Euro |
132.960 Euro |
| Reichensteuer 45% | Ab 277.826 Euro | Ab 555.652 Euro |
| Reichensteuer 47% | Ab |
Ab |
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Zusammenveranlagungsrechner
Zusammenveranlagung oder Einzelveranlagung? Mit dem (vereinfachten) Steuerrechner zur Zusammenveranlagung können die steuerlichen Vorteile bei der Einkommensteuer gegenüber der Einzelveranlgung berechnet werden. Zu beachten ist dabei, dass es für Ehegatten in einigen Situationen günstiger sein kann, die Einzelveranlagung zu wählen. Dieses kann z.B. der Fall sein, wenn Einkünfte unter Progressionsvorbehalt stehen oder Verlustvorträge zu berücksichtigen sind. Zu den Progressionseinkünften zählen Entgeltersatzleistungen wie etwa das Arbeitslosengeld 1 oder unter Umständen auch ausländische Einkünfte.
Hierzu ein Beispiel:
Einkommen Steuerpflichtiger 1: 10.000 Euro und 12.000 Euro steuerfreie Progressionseinkünfte. Einkommen Steuerpflichtiger 2: 14.000 Euro. Die Wahl der Einzelveranlagungen führt im gegebenen Fall in 2025 zu einer Steuerersparnis von 258 Euro gegenüber der Zusammenverlagung. Der Grund liegt darin, dass die steuerfreie Progressionseinkünfte den Steuersatz erhöhen. Im Beispiel hat die Erhöhung des Steuersatzes auf das gemeinsame Einkommen eine ungünstigere Steuererhöhung zur Folge.
Aus den genannten Gründen ist es immer sinnvoll, sowohl die Zusammenveranlagung als auch die Einzelveranlagungen durchzurechnen, um die günstigere Veranlagungsform zu finden. Eine Gewähr für die Berechnung der Steuer durch den Zusammenveranlagungsrechner wird nicht übernommen.
Voraussetzungen der Zusammenveranlagung
Die gesetzlichen Regelungen zur Zusammenveranlagung finden sich in den Paragraphen § 26 EStG, §26a EStG. In §26b EStG wird dabei auf die Berechnung der Steuern bei der Zusammenveranlagung eingegangen. Für die Zusammenveranlagung müssen beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sein und nicht dauernd getrennt leben. Diese beiden Voraussetzungen müssen zu Anfang des Veranlagungsjahres vorgelegen haben oder während des Jahres eingetreten sein. Eine Zusammenveranlagung kommt also bereits im Jahr der Eheschließung in Betracht. Für getrennt lebende Ehegatten kann ein ernstgemeinter Versöhnungsversuch im Veranlagungsjahr die Bedingungen für eine Zusammenveranlagung erfüllen. Eine weitere Möglichkeit für die Zusammenveranlagung besteht durch das so genannte Witwensplitting. Verwitwete haben im Sterbejahr und in dem Jahr, das auf das Todesjahr folgt, Anspruch auf das Splittingverfahren.
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